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Jan Bobke lebt seit 31 Jahren mit dem Down-Syndrom ein ganz normales Leben

Mit viel Spaß zur Arbeit

Hofgeismar. Die Liebe zu den Tieren hat den 31-Jährigen Jan Bobke auf den Hof der Baunataler Diakonie in Hofgeismar getrieben. Der junge Mann mit dem Down-Syndrom ist dort für die Ferkelaufzucht zuständig.

Ein stressiger Arbeitsplatz:
Jan Bobke ist auf einem Hof für die Schweineaufzucht der kleinen Ferkel zuständig.

Ein Job, der ihm sichtlich Spaß macht. Vor seinem Engagement auf dem Hof war Bobke in einer Recyclingfabrik in Calden tätig, schlachtete dort Fernseher oder Monitore aus. "Nach einem Praktikum in der Landwirtschaft bin ich aber da hängen geblieben", erzählt Bobke. Besonders freut er sich schon auf die arbeitsintensive Erntezeit. "Das bedeutet zwar mehr Arbeit, aber man bekommt auch mehr Überstunden, die ich dann abbummeln kann", sagt Bobke.


Foto: Schneider
Nicht weit zur Arbeit

Weit hat er es nicht zur Arbeit. Er wohnt direkt im Außenwohnbereich der Werkstatt. Aber nicht allein, sondern noch mit zwei anderen Männern und einer Frau. Und wie läuft das WG-Leben so? "Mal so, mal so. Ich versuche mich aus Streit rauszuhalten. Wichtig ist, dass jeder von uns ein eigenes Zimmer als Rückzugsort hat", sagt er. Dort schaut er dann ganz gerne Krimis im Fernsehen oder spielt am Computer Solitär. Außerdem beschäftigt er sich sehr mit Fußball, hat einige Kicker-Sonderhefte im Zimmer verteilt. Sein Lieblingsverein: Bayern München. Aber seine Liebe zum Sport begrenzt sich nicht nur auf den Fußball. Er ist zugleich ein großer Eishockeyfan - natürlich von den Huskies. "Ich war diese Saison schon einmal da. Das war einfach fantastisch", sagt er mit glänzenden Augen.

Tanzen als Hobby

Eines seiner größten Hobbys ist das Tanzen. Dort bevorzugt er eine moderne Discofox-Variante. Auch, um Frauen kennenzulernen. Denn die fehlt ihm noch an seiner Seite. Allerdings verrät das Blitzen in seinen Augen, dass er schon eine Auserwählte in Aussicht hat - auch wenn er das selber so nie zugeben würde. Dafür ist Bobke zu bescheiden. Seine Chefs und Betreuer sind zufrieden mit ihm, seine Arbeit auf dem Hof erledigt er sehr ordentlich.

Der älteste Sohn einer Familie aus Ahnatal freut sich bereits auf die Osterzeit. Dann geht es mit seinen Eltern und einem Freund aus dem Wohnheim an die Nordsee. Ein Luxus, den nur wenige seiner Mitbewohner oder Arbeitskollegen haben. Für die meisten der rund 100 Personen, die in den Wohnheimen leben, bleibt lediglich eine Freizeifahrt, um die weite Welt zu sehen.

Noch etwas macht Hoffnung: Die Anzahl der Blicke, die Passanten auf ihn richten, ist über die Jahre stark zurückgegangen. "Man akzeptiert uns, so wie wir sind", sagt er.
Und das ist ein gutes Zeichen.

Von Daniel Schneider